Das Projekt

(Foto: Workshop bei der BJF-Jugend Filmjury Berlin mit Medienpädagogin Eva-Maria Schneider-Reuter © Leander Büge)

Unser Ziel als BJF-Jugend Filmjury ist es, Euch beim Entdecken neuer Filme zu unterstützen und auch Eltern und Lehrkräften eine Orientierung darüber zu geben, welche Filme besonders sehenswert sind. Gleichzeitig wollen wir das junge Publikum nachhaltig für das Kino begeistern, den Austausch über Filme anregen und die Sichtbarkeit von Kinder- und Jugendfilmen erhöhen. Unsere Arbeit wird in Frankfurt beim Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) koordiniert, lebt aber vom Austausch eines breiten Netzwerks aus Medienpädagog:innen, Kinos, Festivals, Verleiher:innen, Förderinstitutionen und weiteren Partner:innen, die mit uns dieses Projekt umsetzen und weiterentwickeln.

Workshops und Moderationstraining

Damit wir als Jury gut auf unsere Arbeit vorbereitet sind, nehmen wir regelmäßig an Workshops und Moderationstrainings teil, die unter medienpädagogischer Anleitung von Eva-Maria Schneider-Reuter durchgeführt werden. Dabei formulieren wir gemeinsam die Bewertungskriterien und lernen die Grundlagen der Filmanalyse und -kritik. Außerdem beschäftigen wir uns damit, wie man Filme kuratiert und Gespräche mit Filmschaffenden und Publikum souverän moderiert. Mit Kreativität, Teamgeist und der Begeisterung für das Medium Film geht es an die Arbeit. 

Und natürlich findet die gemeinsame Filmsichtung auf großer Leinwand statt: Im Kinosaal, der den Film zu einem besonderen gemeinschaftlichen Erlebnis macht. An jedem der 13 Jurystandorte gibt es Kooperationen mit lokalen Kinos, die unseren Jurys ihre Kinosäle zur Verfügung stellen.

Zur Geschichte der Jugend Filmjury

Die Idee für die Jugend Filmjury entstand aus der Arbeit der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW). Von 1951 bis 2025 kamen die erwachsenen Jurys der FBW zusammen und schauten sich viele Filme an. Die Besten zeichneten sie mit den Prädikaten "wertvoll" und "besonders wertvoll" aus. Unter den Filmen befanden sich auch viele Kinder- und Jugendfilme. Immer wieder stellte sich die Frage: Was denken Kinder und Jugendliche eigentlich über diese Filme? Aus dieser Überlegung heraus entstand die Idee, neben der Erwachsenen-Jury auch eine Kinder- und Jugendjury ins Leben zu rufen. So wollte man direkt von der Zielgruppe hören, wie sie Geschichten, Figuren und die Umsetzung der Filme erlebt.

Dem Konzept der Initiator:innen schlossen sich viele Partner:innen aus dem Kinder- und Jugendmedienbereich an. Auch die Gutachter:innen der FBW fanden die Idee großartig. Die FBW-Jugend Filmjury wurde schließlich 2014 gegründet und hat sich seitdem als bundesweit renommiertes Netzwerk für die Empfehlung von Kinder- und Jugendfilmen etabliert. Nach der Schließung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) hat der Bundesverband Jugend und Film (BJF) die Jugend Filmjury als neuer Träger übernommen. 


BJF-Leitbild 

Der Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) ist eine bundesweit tätige Fachorganisation der Kinder- und Jugendfilmarbeit in Deutschland. Als zentraler Akteur der kulturellen Kinder- und Jugendbildung vernetzt der BJF Akteur:innen, entwickelt fachliche Impulse und trägt zur Weiterentwicklung der Filmbildung im Bundesgebiet bei. 

Der BJF engagiert sich für die Filminteressen von Kindern und Jugendlichen und fördert durch vielfältige Aktivitäten ihre Filmbildung, Kreativität und Kommunikation sowie ihre kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe und Medienkompetenz. Mit der BJF-Clubfilmothek stellt er mit rund 500 Filmen ein sorgfältig kuratiertes Programm für Filmveranstaltungen insbesondere in Schulen sowie in der Jugend-, Kultur- und Bildungsarbeit zur Verfügung. 

Mit seinen Angeboten der filmkulturellen Bildung unterstützt der BJF Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Selbstbestimmung und stärkt sie in ihrer Selbstwahrnehmung und Ausdrucksfähigkeit. Dabei trägt er zur Förderung demokratischer Kompetenzen, kritischer Medienreflexion und gesellschaftlicher Teilhabe junger Menschen bei. Der BJF richtet sich an Kinder und Jugendliche in unterschiedlichen Lebenslagen und setzt sich für einen chancengerechten Zugang zu kultureller Bildung ein. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Teilhabe junger Menschen, die aufgrund sozialer, kultureller oder struktureller Bedingungen benachteiligt sind. 

Umfassende Partizipation und Mitbestimmung, Stärkenorientierung und Fehlerfreundlichkeit sind Grundprinzipien unserer Arbeit. Wir berücksichtigen die individuellen Bedürfnisse, Interessen und Lebenslagen der Beteiligten. Die Wertebasis unserer Praxis bilden die Menschen und Kinderrechte sowie die Orientierung an der Menschenwürde und an demokratischen Grundwerten. Vertrauen, Achtsamkeit und Respekt verstehen wir als Grundlage unseres Handelns. Wir nehmen jedes Individuum in seiner Eigenständigkeit und seinen Äußerungen ernst und reflektieren Machtverhältnisse und -beziehungen kritisch. 

Der BJF stärkt zivilgesellschaftliches Engagement und unterstützt ehrenamtliche Strukturen als wesentliche Grundlage der Kinder- und Jugendfilmarbeit. Durch Qualifizierungsangebote, fachlichen Austausch, Materialien und Veranstaltungen trägt er zur Professionalisierung und nachhaltigen Entwicklung des Praxisfeldes bei. 

Als Akteur der Kinder- und Jugendhilfe übernimmt der BJF im Rahmen seiner gesetzlichen und organisatorischen Verantwortung Aufgaben des Kinder- und Jugendschutzes. Er setzt sich für die Stärkung der Rechte und des Wohlergehens junger Menschen ein und orientiert sich dabei insbesondere an § 1 SGB VIII sowie an der UN-Kinderrechtskonvention.

Gewalt gegen Kinder und Jugendliche – gleich welcher Form – wird nicht toleriert. Der BJF setzt sich aktiv und präventiv für den Schutz des Kindeswohls ein. Er ist aufmerksam für jede Gefährdung des Kindeswohls und wirkt mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln darauf hin, sexualisierte, physische und psychische Gewalt, Misshandlung und Vernachlässigung frühzeitig zu erkennen und Risiken zu minimieren. Dabei wird berücksichtigt, dass Gewalt sowohl von Individuen als auch von Strukturen ausgehen kann. 

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Gestaltung sicherer Rahmenbedingungen in analogen, digitalen und hybriden Veranstaltungsformaten. Fragen von Nähe und Distanz, Abhängigkeitsverhältnissen, Datenschutz sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien werden kontinuierlich reflektiert. Ziel ist es, sichere und entwicklungsfördernde Räume zu schaffen, die Partizipation ermöglichen und Schutzinteressen angemessen berücksichtigen. Der BJF informiert und qualifiziert haupt- und ehrenamtliche Akteur:innen in seinem Praxisfeld und fördert eine sensible und verantwortungsbewusste Kommunikation – auch in Sprache und Darstellung – im Sinne des Schutzes von Kindern und Jugendlichen. Die beschriebenen Grundsätze sind verbindlicher Bestandteil des verbandlichen Handelns sowie der Kommunikation, Angebote, Projekte und Programme.


Das BJF-Schutzkonzept

Bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, dass alle Formen von Grenzverletzungen nicht entstehen; daher versucht der BJF anhand präventiver Maßnahmen diesen entgegenzuwirken. Aus diesem Grund hat der Verband ein eigenes Schutzkonzept entwickelt.

Das verbandliche Schutzkonzept orientiert, informiert und bietet Handlungssicherheit. Es findet Anwendung bei Vereinsveranstaltungen im Rahmen der organisatorischen Verantwortung des BJF. Ziel des BJF-Schutzkonzeptes ist, das Risiko für (sexualisierte) Gewalt innerhalb der verbandlichen Arbeit (durch Beschäftigte sowie durch Kinder und Jugendliche) zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen zu reduzieren.

Das BJF-Schutzkonzept inklusive Leitbild und Verhaltenskodex können hier heruntergeladen werden.


Anlaufstellen zur Hilfe und Unterstützung bei Grenz- und Rechtsverletzungen

Wenn du etwas beobachtet hast oder dir etwas passiert ist und du es melden oder darüber sprechen möchtest, findest du hier Hilfe und Unterstützung:

Innerhalb der Geschäftsstelle des BJF gibt es folgende Vertrauensstellen (VS):

Direkte Ansprechpersonen: 

Darüber hinaus können Grenzverletzungen oder Beschwerden auch über folgenden Wege an den BJF gemeldet werden:

Wenn du lieber mit jemandem außerhalb des Verbandes sprechen möchtest, kannst du dich auch an externe Beratungsstellen wenden. Dort bekommst du vertrauliche und professionelle Hilfe: