Klasse Deutsch

Filmplakat: Klasse Deutsch

Stellt euch vor, ihr kommt in ein fremdes Land, beherrscht die Sprache nicht und müsst euch dort in einen neuen Alltag hineinfinden. So geht es den SchülerInnen in einer Vorbereitungsklasse in Köln, die im Dokumentarfilm KLASSE DEUTSCH im Fokus stehen. In dem berührenden Film werden Schüler aus verschiedenen Ländern dabei begleitet, wie sie Deutsch lernen. Man lernt die Kinder kennen, nicht nur als Schüler, sondern als eigene Persönlichkeiten und entwickelt Sympathie für die Personen. Selten sieht man die Klasse als Gruppe, da sich der Film mit einzelnen Schülern und deren Herausforderungen und Problemen befasst. Die Kamera hält sich vor allem beim Lernen an Schüler und ihre Lehrerin und ist ein Teil der Klasse. Daher ist man sehr nah am Geschehen und kann viele Situationen nachvollziehen. Das hebt die Souveränität der Lehrerin hervor, die sich auch mitfühlend um das Wohl ihrer Schüler kümmert. Ihr ist die Gleichberechtigung und Förderung der Kinder sehr wichtig. Sie bildet den Rahmen des Filmes und man merkt, dass ihr die Schüler wichtig sind. Dabei ist sie in ihrer Art sehr direkt und klar. Die Handlung zieht sich ein wenig dahin, weil die Szenen den realistischen Schulalltag zeigen, der auch nicht unbedingt einen Spannungsbogen hat. Trotzdem geben die Auswahl und die Länge der Szenen einen Einblick in den Unterricht und vermittelt viele Situationen. Bei der Auswahl der Szenen wurde Wert darauf gelegt ein objektives Bild vom Schulalltag zu zeigen, statt den Film möglichst actionreich zu machen. Die Schnitte sind so gesetzt, dass man gerade die wichtigsten Sachen sieht, die man gerade sehen kann. Trotzdem kann man die gesamte Klassensituation erahnen. Der Schwarz-Weiß-Film fängt mit Musik an und endet mit derselben Klaviermusik, doch sonst bleibt der Ton weitgehend unbearbeitet, was das Klavierstück zu einer Art Rahmen macht, doch den Film natürlich lässt. Anders als viele andere Dokumentarfilme hat dieser keinen Sprecher. Den haben wir aber auch nicht vermisst, weil die Bilder für sich selbst sprechen. Außerdem werden dadurch objektiv die Situationen geschildert. So kann man sich unbeeinflusst eine Meinung bilden. Dazu trägt auch die fehlende Farbe bei, die einen Fokus auf die Emotionen der Personen setzt. Gerade heute werden ausländische Kinder als Sündenböcke dafür genutzt, dass Klassen nicht vorankommen. Dieser Dokumentarfilm stellt dar, dass es unter ausländischen und deutschen Kindern gleichermaßen eine Streuung gibt, nur dass bei ausländischen Kindern noch die Schwierigkeit der Sprache dazukommt. Der Film ist kein Freizeitfilm, aber er bietet eine Möglichkeit, Einblick in einen fremden Alltag zu bekommen und eine neue Perspektive einzunehmen. In diesem Kontext empfehlen wir den Film für Jugendliche ab 14.

objektiv
berührend
augenöffnend
langsam
alltäglich

Eure Wertung
mit 10 Stimmen


Elterninfos:FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die Jugend Filmjury der FBW Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die Jurys Hinweise, ab wann ein Film für Kinder geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.
FSK Website:fsk.de;

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