Wild Foxes

Filmplakat: Wild Foxes

Nach einem fast tödlichen Unfall setzt Camille zunächst zwei Monate beim Boxtraining im Sportinternat aus. Die Narbe ist mit 52 Stichen genäht und medizinisch verheilt, trotzdem hat Camille immer noch Schmerzen. Er lernt damit umzugehen, aber richtig zuschlagen kann er nicht mehr. Auch in der Trainingsgruppe entsteht deswegen Streit. Keiner kann verstehen, dass er trotz der „Phantomschmerzen“ vom Trainer immer noch als der Beste bevorzugt wird. Als er bei einem Wettkampf kurz vor dem Sieg wegen Panik aufgibt, steckt er wirklich in der Scheiße. Sogar seinem besten Freund Matteo kann er nicht mehr vertrauen und ihre lange Freundschaft seit Kindertagen zerbricht langsam.

Uns hat der Film vor allem durch sein authentisches Setting und seiner realistischen Erzählweise abgeholt. Besonders die Boxszenen, die Dynamik zwischen den Figuren und die darstellerische Leistung aller Schauspieler:innen haben überzeugt. Die Umkleide roch bis ins Kino, wir konnten fühlen, was auf der Leinwand passiert. Im Laufe der Geschichte wechselt der Fokus vom fairen Boxsport zur hemmungslosen Gewalt zwischen den Jungs, die uns an manchen Stellen mit ihrer expliziten Darstellung selber erschlug.

Der Film erzählt auf zwei Ebenen, die miteinander harmonieren: von den Sportler:innen im Internat und von den Füchsen im Wald. Erst werden sie gefüttert, dann werden sie gejagt. Diese Stimmung vom unbeschwerten freien wilden Leben, so gut wie es im Internat möglich ist, trägt den Film. Es wird von der Zeit der großen Träume erzählt. Doch wenn der Traum kein gemeinsamer mehr ist, muss der „Fuchs“ gejagt werden und die Realität kommt zurück. Dafür kommt die Geschichte ohne die üblichen Klischees über Erfolg und Neid unter Heranwachsenden aus, sondern nimmt meistens den unerwarteten Weg und überrascht uns. Das hat uns sehr gut gefallen.

Wir empfehlen ihn ab 14 Jahren für alle, die bereit sind für eine Geschichte voller Wendungen.

» Empfohlen von der BJF-Jugend Filmjury Berlin

echt
gewaltvoll
freundschaftlich
Gattung:Coming-of-Age
Regie:Valéry Carnoy
Cast:Samuel Kircher; Fayçal Anaflous; Jef Jacobs; Anna Heckel; Jean-Baptiste Durand
Drehbuch:Valéry Carnoy
Kamera:Arnaud Guez
Schnitt:Suzana Pedro
Musik:Pierre Desprats
Länge:90 Minuten
Kinostart:07.05.2026
Verleih:Grandfilm
FSK:12
Elterninfos:Altersempfehlung der JFJ: Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die FBW-Jugend Filmjury Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die mit Kindern und Jugendlichen besetzten Jurys Hinweise, ab wann ein Film aus ihrer Sicht für das junge Publikum geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.

FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG).

FSK Website:fsk.de;
Visionkino:visionkino.de

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