Rekonstruktion Utøya

Filmplakat: Rekonstruktion Utøya

Der Film ist keine klassische Dokumentation, wie man sie erwartet hätte. Es gibt keine dramatischen Effekte. Keine emotionale Musik, Slow-Motions, Nahaufnahmen, keine Experten, die aus dem „Off“ alles erklären, keine Aufnahmen vom Tatort. Es geht um vier überlebende Opfer: Rakel, Mohammed, Jenny und Torje. Sie erinnern sich an das vom ultrarechten Anders Breivik begangene Attentat, der am 22. Juli 2011 auf der norwegischen Insel Utøya 69 Jugendliche ermordete. Der Film ist eine sehr außergewöhnliche Dokumentation, er zeigt ein soziales Experiment. Es war so, als könnte man mit den Opfern reden. Die Opfer haben Schauspieler/innen ausgewählt und ihnen dann erzählt, wie und was aus ihrer Perspektive passiert ist. Die Schauspieler/innen haben dann diese Erinnerungen nachgestellt. Man kann ehrliches Mitgefühl entwickeln und fühlt sich nicht manipuliert. Die Emotionen sind sehr ergreifend sichtbar, es ist realistisch gemacht und regt zum Nachdenken an. Es wird keine Moral vorgegeben, sondern man muss seine eigene Moral finden. Während des Films denkt man immer wieder: Wie hätte ich mich verhalten? Könnte ich nach solch einem Trauma Hoffnung haben? Wie würde ich die Schmerzen verarbeiten? Wie viel würde ich von mir preisgeben? Es gibt eine Spannungslinie und ein hoffnungsvolles Ende, aber die Gefühle der Opfer und die Art, wie sie ihre Erinnerungen verarbeiten, sind die eigentliche Handlung. Man kann sich den Ort gut vorstellen, auch wenn die Szenen in einer großen Halle mit schwarzem Fußboden und Klebeband-markierungen und wenigen Requisiten nachgestellt sind. Wir empfehlen den Film ab 11 Jahren, weil es auch als Kind wichtig ist zu wissen, was in der Welt passiert, auch wenn es grausame und schreckliche Dinge sind. Es ist wichtig, sich für andere Schicksale zu interessieren, um einen realistischen Blick auf das Leben zu haben. [Anmerkung der Redaktion: In der Pädagogik ist die Empfehlung ab 14 Jahren.]

berührend
emotional
realistisch
mitreißend
nachdenklich

Elterninfos:FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die Jugend Filmjury der FBW Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die Jurys Hinweise, ab wann ein Film für Kinder geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.
FSK Website:fsk.de;