Räuberhände

Filmplakat: Räuberhände

Obwohl der eine aus einer akademischen Familie und der andere aus einem sozial schwachen Umfeld kommt, wachsen Janik und Samuel wie Brüder auf. Als die beiden Freunde dann endlich mit dem Abi fertig sind, wollen sie sich ihren großen Traum erfüllen und planen eine Reise nach Istanbul. Dort erhofft sich Samuel, seinen Vater zu finden. Bevor sie diese aber antreten, begeht Janik einen schwerwiegenden Fehler, der die Freundschaft der beiden auf die Probe stellt. Nun müssen die Jungs feststellen, dass der Weg ins Erwachsenenleben kein Einfacher ist und man sich schnell dabei verlieren kann. Nach der Sichtung der Romanverfilmung RÄUBERHÄNDE mussten wir den Inhalt erst einmal sacken lassen. Ebenso waren wir zu Beginn unentschlossen, wie wir mit dem Film umgehen sollen, da er viele kontroverse Themen beinhaltet. Der Film von Ilker Catak ist eine deutsche Produktion, spielt aber hauptsächlich in Istanbul und ist mit überwiegend deutschen Schauspielern besetzt. Dennoch handelt es sich hierbei nicht um einen typischen deutschen Film, wie man ihn normalerweise von Til Schweiger oder Matthias Schweighöfer kennt. Viel eher hebt er sich deutlich von Mainstream Produktionen ab. Angefangen bei der schauspielerischen Leistung der beiden jungen Hauptdarsteller, welche ihre Rolle durchgängig sehr authentisch und überzeugend spielen. Des Weiteren wirkt die Kameraführung sehr natürlich und verleiht dem Film einen ganz eigenen Charakter. Der Filmschnitt jedoch ist teilweise sehr abrupt und lässt die Handlung auf uns hektisch wirken. Die Musik ist präsent und spiegelt die Kultur Istanbuls in den jeweiligen Szenen wieder, wodurch die Mentalität der türkischen Metropole Einzug in den Kinosaal hält. Die Geschichte der Protagonisten und ihre Reise durch die Stadt wird so sehr realistisch erzählt. Inhaltlich gesehen spricht der Film neben einer sehr kontroversen Problematik auch viele andere Themen an, welche er aber nicht tiefgründiger aufarbeitet. Das finden wir schade, da wir uns lieber weniger Themen gewünscht hätten, die intensiver behandelt werden. Nicht alle Inhalte dieses Films sind für junges Publikum angemessen, manche werden die Zuschauer überfordern. Darum empfehlen wir den Film frühestens ab 16 Jahren.

mitreißend
unvorhersehbar
vielschichtig
authentisch
kontrovers

Gattung:Coming-of-Age
Regie:Ilker Çatak
Darsteller:Mekyas Mulugeta; Emil von Schönfels; Katharina Behrens; Nicole Marischka; Godehard Giese; Luissa Cara Hansen
Drehbuch:Finn-Ole Heinrich; Gabriele Simon
Buchvorlage:Finn-Ole Heinrich
Kamera:Judith Kaufmann
Schnitt:Jan Ruschke; Sascha Gerlach
Länge:93 Minuten
Kinostart:02.09.2021
VÖ-Datum:12.11.2021
Verleih:Salzgeber
FSK:16
Förderer:MBB; Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien; MFG Baden-Württemberg; Kuratorium junger deutscher Film
Elterninfos:FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die Jugend Filmjury der FBW Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die Jurys Hinweise, ab wann ein Film für Kinder geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.
FSK Website:fsk.de;
Visionkino:visionkino.de

Mit dem Filmwecker erfährst Du, wann der Film in einem Kino in Deiner Nähe läuft:
Ein Service von kino-zeit.de