Glaube

Filmplakat: Glaube

Aianna ist 17 und will Nonne werden, doch ihre Tante ist nicht überzeugt. Sie kann nicht nachvollziehen, dass Aianna ihr Leben verschenken will und wirft ihrem Bruder vor, nicht genug dagegen zu tun. Doch Aianna zieht für eine Schnupperwoche ins Kloster ein. Als dann auch noch ihre Oma stirbt, droht die Familie endgültig auseinanderzubrechen, denn jeder hat seine eigenen Sorgen und Probleme viel zu lange verdrängt.

Der Film zeigt das Spannungsverhältnis zwischen dem abgeschiedenen Klosterleben und den unendlichen Möglichkeiten der weiten Welt. Auf der einen Seite steht Aiannas Techtelmechtel zu Mikel und auf der anderen Seite ihre Liebe zu Jesus und das starke Gefühl ihrer Berufung als Nonne. Durch die kalte, emotionslose Art von Aianna können wir uns nicht richtig für ihre Geschichte begeistern und uns mit der Hauptfigur identifizieren. Am Ende ihrer spirituellen Findung schneidet sie ihre Haare ab und lässt ihre Schulfreunde endgültig zurück. Sie verabschiedet sich von ihrem alten Leben und damit von ihren Chancen in der realen Welt. Das plötzliche Ende lässt viele Fragen für uns zurück: Wie geht es mit Aiannas Familie weiter? Wird sie glücklich als Nonne? Viele von uns hätten ein geschlossenes Ende passender gefunden. Besonders gefallen hat uns aber der untypische Spannungsbogen, er verläuft mit Höhen und Tiefen in eher unregelmäßigen Wellen und wird dadurch abwechslungsreich. Trotzdem wirken manche Szenen durch langatmige Dialoge auf uns spannungsarm. Zum Schluss kam es uns vor, als wäre die Tante die eigentliche Hauptfigur in der Geschichte. Die Beweggründe für ihr Verhalten sind im Verlauf der Geschichte klarer erzählt, am Schluss muss sie eine Entscheidung treffen, die Aianna längst getroffen hat.

Diesen tiefgründigen Film über eine große Entscheidung empfehlen wir allen ab 14 Jahren, insbesondere Klosterschüler:innen.

» Empfohlen von der BJF-Jugend Filmjury Berlin

religiös
musikalisch
emotional
dramatisch
Gattung:Coming-of-Age
Regie:Alauda Ruiz de Azúa
Cast:Blanca Soroa; Patricia López Arnaiz; Miguel Garcés; Juan Minujín
Drehbuch:Alauda Ruiz de Azúa
Kamera:Bet Rourich
Schnitt:Andrés Gil
Musik:David Cerrejón
Länge:115 Minuten
Kinostart:29.10.2026
Verleih:Leonine
FSK:12
Elterninfos:Altersempfehlung der JFJ: Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die BJF-Jugend Filmjury Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die mit Kindern und Jugendlichen besetzten Jurys Hinweise, ab wann ein Film aus ihrer Sicht für das junge Publikum geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.

FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG).

FSK Website:fsk.de;

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