Ghost School
Ein eindringlicher Film über Bildung, Mut und soziale Ungerechtigkeit in Pakistan.
Anders als die anderen Kinder in ihrem pakistanischen Dorf freut sich die junge Rabia nicht, als sie erfährt, dass ihre Schule auf unbestimmte Zeit geschlossen wird. Schnell verbreitet sich im Dorf das Gerücht, dass die Schule und die Lehrer von einem Djinn verflucht wurden.
Die wissbegierige Rabia will dem Ganzen auf die Spur gehen, da sie nicht weiß, ob sie den Gerüchten glauben kann und weiterhin zur Schule gehen möchte. Doch dabei erfährt sie zum ersten Mal von den Ungerechtigkeiten und Widersprüchen, mit denen sie in ihrem Umfeld konfrontiert wird und an denen sie zu verzweifeln droht.
Während ihrer Suche nach der Wahrheit erhascht sie einen Blick hinter die Fassade der politischen und sozialen Umstände ihres Landes und hinterfragt immer mehr ihre eigene Situation und die Rechte, die ihr verwehrt werden. Sie versucht, etwas daran zu ändern, bemerkt aber gegen Ende, dass es einfacher ist, nur für sich selbst einzustehen.
Der Film bietet gute und tiefe Einblicke in politische und gesellschaftliche Probleme, die am Beispiel eines pakistanischen Dorfes gezeigt werden, obwohl es vorrangig um das korrupte Bildungssystem geht. Auch die kulturellen Aspekte des alltäglichen Dorflebens und die Probleme der Bewohner:innen werden bildlich dargestellt.
Die für uns ungewohnte pakistanische Hintergrundmusik unterstreicht diese Darstellung, ist allerdings teilweise etwas ablenkend. Die Kameraführung hat uns stellenweise durch starke Bewegungen gestört, da diese es erschweren, dem Hauptgeschehen zu folgen.
Insgesamt kann man viel aus dem Film lernen. Um etwas aus dem Film mitnehmen zu können, muss man sich allerdings darauf einlassen. Dies wird durch den ungewohnten Aufbau des Films erschwert.
Aus diesen Gründen fällt es uns nicht leicht, eine eindeutige Altersempfehlung auszusprechen. Wichtig für das Verständnis des Films sind Offenheit gegenüber anderen Lebenswelten und Kulturen sowie eine gewisse Reife und die damit einhergehende Geduld. Alles in allem erfüllt der Film seine Rolle, auf politische und soziale Missstände aufmerksam zu machen.
» Empfohlen von der BJF-Jugend Filmjury Backnang
| Gattung: | Drama |
|---|---|
| Regie: | Seemab Gul |
| Cast: | Nazualiya Arsalan; Samina Seher; Adnan Shah Tipu; Vajdaan Shah; Muhammad Zaman |
| Drehbuch: | Seemab Gul |
| Kamera: | Zamarin Wahdat |
| Schnitt: | Raluca Petre |
| Musik: | Anna Bauer |
| Länge: | 88 Minuten |
| Kinostart: | 03.09.2026 |
| Verleih: | JIP Film und Verleih |
| FSK: | 6 |
| Elterninfos: | Altersempfehlung der JFJ: Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die BJF-Jugend Filmjury Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die mit Kindern und Jugendlichen besetzten Jurys Hinweise, ab wann ein Film aus ihrer Sicht für das junge Publikum geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.
FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). |
|---|---|
| FSK Website: | fsk.de; |
Mit dem Filmwecker erfährst Du, wann der Film in einem Kino in Deiner Nähe läuft:
Ein Service von kino-zeit.de