Fritzi - Eine Wendewundergeschichte

Filmplakat: Fritzi - Eine Wendewundergeschichte

Leipzig im Sommer 1989: Nachdem Fritzis beste Freundin aus der DDR in den Westen geflohen ist, merkt die 12jährige Fritzi wie unterdrückt ihr Leben dort ist. Gemeinsam mit ihrem neuen Freund Bela schmiedet sie einen Plan, wie sie ihrer geflüchteten Freundin Sophie ihren Hund Sputnik zurückbringen kann, den diese bei ihrer Flucht zurücklassen musste. Doch mit der Zeit erkennt Fritzi, dass es nicht nur um den Hund sondern um ein ganzes Land geht. Dieser Zeichentrickfilm, der in den entscheidenden Wochen vor dem Mauerfall spielt, ist gut recherchiert und erzählt diese historische Geschichte aus einer ganz besonderen Perspektive. Über das Thema der Freundschaft zwischen der Mädchen hinaus, veranschaulicht der Film das Leben in der DDR, die Unterdrückung, die Angst der Menschen, ihren Freiheitswillens und ihren Widerstand, der am Ende eine friedliche Massenbewegung wurde. Die damalige Atmosphäre und auch die Schauplätze werden sehr realistisch dargestellt. Einzelne Szenen entsprechen in der Umsetzung direkt historischen Bilddokumenten, die im Abspann des Films gezeigt werden. Das Zusammenspiel von Geräuschen und Musik hat die Bildebene gelungen ergänzt und die emotionalen Situationen hervorgehoben. Künstlerisch haben die detailreichen Hintergründe ein authentisches Bild der Stadt und der Ereignisse in Leipzig wiedergegeben. Die klassische Gestaltung dieses Zeichentrickfilms steht im Zusammenhang mit der Zeit in welcher der Film spielt. Sie weicht bewusst von der aktuellen typischen Computeranimation ab und wirkt auf ein junges Publikum daher eher ungewöhnlich. Der Film arbeitet mit vielen unterschiedlichen Kameraperspektiven und Einstellungsgrößen, was einen guten Überblick verschafft, den Szeneninhalten angemessen ist und Einblick in die Gefühlswelt der Figuren gibt. Die Farb- und Lichtgestaltung im Film ist bewusst eingesetzt und auf die entsprechenden Situationen abgestimmt. Die Geschichte des Films ist spannend erzählt. Neben vielen kleineren Spannungshöhepunkten wird die Grundspannung zum Ende hin gesteigert und endet in einem emotionalen Finale. Fazit: Dieser außergewöhnliche Film greift ein schwieriges, komplexes Thema kindgerecht auf und erzählt es in einer berührenden Geschichte. Wir empfehlen den Film Mädchen und Jungen ab 10 Jahren und allen begleitenden Erwachsenen, die auf unterhaltsame Weise etwas über die jüngste Geschichte Deutschlands erfahren möchten.

interessant
lehrreich
berührend
dramatisch
spannend

Gattung:Animationsfilm
Regie:Matthias Bruhn; Ralf Kukula
Drehbuch:Beate Völcke; Péter Palátsik
Buchvorlage:Hannah Schott
Schnitt:Stefan Urlass
Musik:André Dziezuk
Länge:90 Minuten
Kinostart:09.10.2019
Verleih:Weltkino
FSK:6
Elterninfos:FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die Jugend Filmjury der FBW Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die Jurys Hinweise, ab wann ein Film für Kinder geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.
FSK Website:fsk.de;

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