Drei Kameradinnen
In den Zeiten der NSU-Prozesse in Stuttgart, treffen sich drei, seit ihrer Kindheit verbundene Frauen wieder: Saya, Kasih und Hani sind zusammen aufgewachsen. Zeitgleich berichten Medien von einem Brandanschlag in einem Mehrfamilienhaus. Die mutmaßliche Täterin: eine der Freundinnen, Saya. Kasih erzählt, die Presse berichtet und auch die Nachbarin wird interviewt. Schlagzeilen und Perspektiven verschwimmen auf der Suche nach den Wahrheiten.
Die unterschiedlichen Storys werden mit zahlreichen Stilmitteln umgesetzt: Animationen, Rückblenden, Fernsehbeiträgen oder durch die Durchbrechung der vierten Wand, wenn Kasih direkt zum Zuschauer spricht. Sie zeichnen das Bild eines Puzzles, doch scheinen Teile zu fehlen und auch der Rahmen wird nicht fertig zusammengesetzt.
Erinnerungen entsprechen nie der Realität, Erlebnisse werden immer wieder neu gedacht und unklar bleibt, ob noch eine weitere Enthüllung folgt, die die Geschichte wieder anders erzählen würde. So entsteht das Bild eines gesellschaftlichen Zustands und weniger einer Geschichte. Das Leben der drei Kameradinnen kann nicht mit Einleitung, Hauptteil und Schluss erzählt werden, sondern eher wie ein Kreislauf, der sich fortwährend wiederholt, angetrieben von ihrer Wut. Dabei werden die Charaktere von der Kamera begleitet, die auf uns an manchen Stellen fast dokumentarisch wirkt.
In der Umsetzung ist der Film für uns an manchen Stellen zu langsam und schleppend, aber die Themen Alltagsrassismus, Medienkritik und das Finden von Wahrheiten interessieren uns grundsätzlich sehr.
Wir empfehlen den Film für alle ab 14 - Folgt uns auf Instagram.
» Empfohlen von der BJF-Jugend Filmjury Berlin
| Gattung: | Drama |
|---|---|
| Regie: | Milena Aboyan |
| Cast: | Bayan Layla; Manal Raga a Sabit; Brikena Ray; Hadnet Tesfai |
| Drehbuch: | Milena Aboyan |
| Kamera: | Mortimer Hochberg |
| Schnitt: | Elias Ben Engelhardt |
| Länge: | 93 Minuten |
| Kinostart: | 12.11.2026 |
| Verleih: | DCM |
| Elterninfos: | Altersempfehlung der JFJ: Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die BJF-Jugend Filmjury Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die mit Kindern und Jugendlichen besetzten Jurys Hinweise, ab wann ein Film aus ihrer Sicht für das junge Publikum geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.
FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). |
|---|---|
| FSK Website: | fsk.de; |
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