All the Beauty and the Bloodshed

Filmplakat: All the Beauty and the Bloodshed

Erinnerungen sind dreckig. Sie haben keinen klaren Anfang und kein klares Ende, sie tun weh und hinterlassen Spuren. Die Kamera erinnert sich an das Leben von Nan Goldin und lässt es wieder aufleben. Sie sieht durch die Bilder ihre Vergangenheit, vollkommen ehrlich und ohne Verschönerung. Durch die Linse dokumentiert sie die wilden 1970er und 80er-Jahre in Lower New York und stellt ihr Leben in Museen aus. Eine Revolution an sich, eine Revolution gegen die prüden Zwänge der Mehrheitsgesellschaft und der Kunstwelt. Der Aktivismus, der sie durch ihre Schwester schon begleitet, bevor sie geboren ist, fließt durch ihre Adern und lebt mit ihr fort. Sie erinnert alle Konflikte ihrer Zeit mit ihrer Kamera, über die sexuelle Revolution bis hin zur Opioid-Epidemie, in der sie selbst beinahe verloren gegangen wäre.

All die Schönheit und das Blutvergießen. All die Fotos und Protestaktionen. All die Toten und Betroffenen. Laura Poitras‘ einfühlsamer Film, halb Biographie, halb Zeugenaussage, ist ein Dokumentarfilm, der das Lebensgefühl und den Zeitgeist des späten 20. Jahrhunderts nicht nur beschreibt, sondern auch erzeugt. Das tut sie durch balancierenden Rhythmus, mit der Struktur eines Flickenteppichs, eingeteilt in Kapitel. Ein Bild, welches Mut, Freude, Freiheit und Leid wiedergibt, fängt an, sich zu bewegen. Diese mit bereichernder Musik unterlegte Diashow eines Lebens ist observierend und inspirierend zugleich.

Doch was fängt die junge Generation mit den Alten und deren Weltbild an? Sicher ist nur, dass dieser Film keine Brücke zwischen den verschiedenen Altersgruppen bauen will, für Kunstliebhaber*innen und Aktivist*innen aller Art ab 14 Jahren allerdings sehr ansprechend sein kann.

inspirierend
dreckig
aktivistisch
nüchtern
schonungslos

Gattung:Dokumentarfilm
Regie:Laura Poitras
Darsteller:Nan Goldin; David Velasco; Megan Kapler; Harry Cullen; Patrick Radden Keefe; Richard Sackler; Marina Berio
Schnitt:Joe Bini; Amy Foote; Brian A. Kates
Länge:122 Minuten
Kinostart:25.05.2023
VÖ-Datum:31.08.2023
Verleih:PLAION PICTURES
FSK:12
Elterninfos:FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die Jugend Filmjury der FBW Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die Jurys Hinweise, ab wann ein Film für Kinder geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.
FSK Website:fsk.de;
Visionkino:visionkino.de

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