Lomo - The Language Of Many Others

Filmplakat: Lomo - The Language Of Many Others

„Es gibt nur zwei Zustände im Leben: Bewusstlosigkeit und Panik.“ Das ist die Meinung von Karl. Karl hat zwei Gesichter. In der realen Welt ist er ein desinteressierter 17-jähriger Schüler, der Probleme mit seiner Familie hat, weshalb er sich in die virtuelle Welt flüchtet, wo er auf seinem Blog als Lomo Gedanken, Gespräche und intime Sachen aus seinem Leben als Karl mit seiner Community teilt. Er zieht sich mehr und mehr darin zurück. Die Welt mit seiner Schwester Anna, seinem Schulabschluss und seinen wirklichen Freunden wird ihm immer unwichtiger. Durch Doro, seine Klassenkameradin, verlässt er noch einmal die virtuelle Welt, weil er verliebt ist, und fällt dann noch tiefer zurück, als Doro „keine offizielle Beziehung“ eingehen möchte. An dem modernen Drama hat uns gefallen, dass das aktuelle Thema der Nutzung sozialer Netzwerke spannend verfilmt wurde. Durch die vielen Nahaufnahmen, die an Karl bleiben, weiß man beim Schauen oft nicht genau, wie seine Umgebung genau aussieht, weil nur Ausschnitte davon sichtbar sind. Für einige von uns hat sich durch die wackelnde Handkamera die Spannung verstärkt. Andere waren so orientierungslos, dass sie es anstrengend fanden, zuzuschauen. Der fließende Übergang von der Realität in die virtuelle Welt und zurück durch Überblendungen in Bild und Ton hat den Film einzigartig gemacht. Beide Welten zerfließen und wechseln hin und her durch Unschärfe, verpixelte Bilder, Textzeilen. Das haben wir so noch nicht gesehen. Die Musik wird durch Soundeffekte ersetzt, wie zum Beispiel elektrisches Surren und Klopfen. Wenn Karl online ist, hört man die Stimmen und Meinungen seiner Follower. Manchmal folgen sie schnell hintereinander und durcheinander. Karl als Lomo verliert sich immer mehr in der digitalen Welt. Er lässt sich von seinen Followern lenken. Der überwiegende Teil unserer Jury findet es bedrohlich, dass Karl so weit geht und bewusst die Verantwortung über sein Leben in die Hände fremder Leute gibt. Das düstere Drama schreibt keine Meinung vor, kann betäubend wirken und ist komplex, daher empfehlen wir Lomo ab 15 Jahren.

düster
modern
spannend
realistisch
einzigartig

Eure Wertung
mit 3 Stimmen


Elterninfos:FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die Jugend Filmjury der FBW Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die Jurys Hinweise, ab wann ein Film für Kinder geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.
FBW Website:und das sagen die Erwachsenen
FSK Website:fsk.de;

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