Einfühlsam und persönlich erzählt LOST IN FACE Carlottas Geschichte und dokumentiert respektvoll, wie sie sich zurückzieht. Doch in dieser Einsamkeit wird sie trotzdem glücklich und fühlt sich in der Natur und mit ihren Tieren wohl. Es ist eine andere unabhängige Lebensweise, die für die meisten Menschen eher ungewohnt wirkt, aber der Film zeigt, wie erfüllt so ein Leben sein kann und öffnet einem die Augen. Diese eigene Selbstbestimmtheit, die sie durch ihre Abgeschiedenheit erreicht, inspiriert einen zutiefst. Eine Geschichte, die gerade für Jugendliche und junge Erwachsene interessant ist, die ihren Platz in der Welt suchen. Carlottas Antwort ist “Die Welt dreht sich weiter, aber ich drehe mich nicht mit ihr.” Eintauchen in ihre Welt können wir durch die besonderen Animationssequenzen, die uns die Welt aus Carlottas Augen zeigt. Wir sehen bei ihrem künstlerischen Schaffen zu und beginnen zu verstehen, wie sie sich und andere begreift. Doch meistens dürfen wir sie in ihrem Alltag beobachten und lernen eine ganz normale, etwas schrullige lustige Dame kennen.
Der Film porträtiert Carlotta mit langsamer Erzählweise und durchweg passender Musik. Seine ruhige Art mit den vielen Pausen, die zum Nachdenken anregen, lässt ihn allerdings an manchen Stellen etwas schleppend wirken. Auch ein wenig mehr an wissenschaftlichen Informationen über Prosopagnosie wären interessant gewesen.
Wir empfehlen diesen Dokumentarfilm für Jugendliche und junge Erwachsene ab 15 Jahren, denn obwohl der Geschichte sicherlich auch jüngere Zuschauer*innen folgen können, denken wir, dass besonders für Menschen dieser Altersgruppe das Thema Relevanz hat und interessant ist."/>

Lost in Face

Filmplakat: Lost in Face

Woran erkennst du dich selbst im Spiegel? An deinem Gesicht, richtig? Die Welt, wie wir sie kennen, geht davon aus, dass wir sie alle gleich sehen. Wer allerdings aus der Reihe tanzt, wird ausgegrenzt. Carlotta sieht die Welt anders - ohne Gesichter. Seit ihrer Geburt hat sie Prosopagnosie, eine Beeinträchtigung, die den Betroffenen das Erkennen von Gesichtern unmöglich macht. Trotzdem kann sie Menschen erkennen, an ihrem Gang oder der Kleidung oder der Sprechweise. Vielleicht auch an der "Geräuschfahne" oder am Abstand von Schulter zu Kopf. Für sie inzwischen das Normalste auf der Welt, doch lange Zeit litt sie unter ihrem Anderssein. Um sich mit sich selbst und mit ihrer Beeinträchtigung auseinanderzusetzen, begann sie Selbstporträts von sich zu zeichnen, mit einer Hand ihr Gesicht abtastend und gleichzeitig mit der anderen Hand zeichnend. Einfühlsam und persönlich erzählt LOST IN FACE Carlottas Geschichte und dokumentiert respektvoll, wie sie sich zurückzieht. Doch in dieser Einsamkeit wird sie trotzdem glücklich und fühlt sich in der Natur und mit ihren Tieren wohl. Es ist eine andere unabhängige Lebensweise, die für die meisten Menschen eher ungewohnt wirkt, aber der Film zeigt, wie erfüllt so ein Leben sein kann und öffnet einem die Augen. Diese eigene Selbstbestimmtheit, die sie durch ihre Abgeschiedenheit erreicht, inspiriert einen zutiefst. Eine Geschichte, die gerade für Jugendliche und junge Erwachsene interessant ist, die ihren Platz in der Welt suchen. Carlottas Antwort ist “Die Welt dreht sich weiter, aber ich drehe mich nicht mit ihr.” Eintauchen in ihre Welt können wir durch die besonderen Animationssequenzen, die uns die Welt aus Carlottas Augen zeigt. Wir sehen bei ihrem künstlerischen Schaffen zu und beginnen zu verstehen, wie sie sich und andere begreift. Doch meistens dürfen wir sie in ihrem Alltag beobachten und lernen eine ganz normale, etwas schrullige lustige Dame kennen. Der Film porträtiert Carlotta mit langsamer Erzählweise und durchweg passender Musik. Seine ruhige Art mit den vielen Pausen, die zum Nachdenken anregen, lässt ihn allerdings an manchen Stellen etwas schleppend wirken. Auch ein wenig mehr an wissenschaftlichen Informationen über Prosopagnosie wären interessant gewesen. Wir empfehlen diesen Dokumentarfilm für Jugendliche und junge Erwachsene ab 15 Jahren, denn obwohl der Geschichte sicherlich auch jüngere Zuschauer*innen folgen können, denken wir, dass besonders für Menschen dieser Altersgruppe das Thema Relevanz hat und interessant ist.

inspirierend
einfühlsam
faszinierend
informativ
ruhig

Gattung:Fantasy/Science-Fiction
Regie:Valentin Riedl
Drehbuch:Valentin Riedl; Frédéric Schuld
Kamera:Doro Götz
Schnitt:Ivan Morales Jr.
Musik:Antimo Sorgente
Länge:84 Minuten
Kinostart:17.06.2021
Verleih:CineGlobal, München
FSK:0
Förderer:FFF Bayern; Film- und Medienstiftung NRW; Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Elterninfos:FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die Jugend Filmjury der FBW Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die Jurys Hinweise, ab wann ein Film für Kinder geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.
Webseite:
FSK Website:fsk.de;

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